Werner Decker ist Lehrer des Jahres

Werner Decker, Lehrer für Biologie und Chemie am Gymnasium Haus Overbach in Jülich - Barmen, ist „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“. Er erhielt am 11.11.14 in Oldenburg den mit 15.000 Euro dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis, den die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung bereits zum zehnten Mal vergeben. Herr Decker ist der erste Preisträger aus NRW. Nominiert wurde er von Biologiekollegin Anja Groth. Insgesamt lagen der Jury Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet vor.

Zwei Drittel des Preisgeldes sind dabei für ein schulisches Projekt bestimmt, so dass auch unsere Schülerinnen und Schüler davon profitieren.
Der Namensgeber des Preises, der Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing, überreichte die Auszeichnung auch im zehnten Jahr persönlich, hielt sogar selbst den Festvortrag.

 „Oberstudienrat Werner Decker hat in über 20-jährigem Engagement nicht nur Schülerinnen und Schüler für Umweltwissenschaften, Chemie und Biologie begeistert, sondern auch Nachwuchslehrkräfte motiviert, sich mit diesen Fächern über das normale Maß hinaus intensiv zu befassen“, begründet von Klitzing die Juryentscheidung.

Klar Stellung bezieht der Preisträger, wenn er feststellt: „Ich widme den erhaltenen Preis unserer gesamten Schulgemeinde, die – wenn auch indirekt – durch diesen Preis eine bundesweite Würdigung ihrer Arbeit erfährt.“

Werner Decker ist Beauftragter für das MINT-Profil unserer Schule und engagiert sich besonders für den wissenschaftlichen Austausch zwischen dem Gymnasium, Hochschulen und dem Forschungszentrum Jülich. So hat er zahlreiche Kooperationen ins Leben gerufen: WissenschaftlerInnen berichten regelmäßig im naturwissenschaftlichen Unterricht, jährlich unternehmen SchülerInnen Exkursionen wie an das Institut für Rohstoffgewinnung der RWTH Aachen.

Zur 18. World Hydrogen Energy Conference 2010 in Essen entwickelte Herr Decker ein Konzept für einen „Schüler-Lehrer-Tag“, das mehr als 300 SchülerInnen die Möglichkeit bot, an der Tagung teilzunehmen und mit WissenschaftlerInnen ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit SchülerInnen und in Kooperation mit der Fachhochschule Aachen richtete er eine 38 Quadratmeter große Photovoltaikanlage ein. 2001 in Betrieb genommen, dient sie als Praxisbeispiel im Physik-, Chemie- und Technikunterricht und hat bislang über 50.000 Kilowattstunden Solarstrom produziert – so viel, wie eine vierköpfige Familie in zehn Jahren verbraucht.
Mit einem außergewöhnlichen und mittlerweile auch durch die Initiative „Science On Stage“ im Bereich „Science Teacher of the Future“ hoch gelobten pädagogischen Konzept wartet Deckers „FIT-AG“ auf. „FIT“ steht für „Forschung-innerschulischer-Transfer“. Das Besondere: SchülerInnen der 5. Klassen werden beim Experimentieren von älteren SchülerInnen unterstützt und angeleitet. Auf diese Weise erhalten die Fünftklässler früh einen Einblick in die Naturwissenschaften. Die älteren SchülerInnen wiederum greifen auf ihr naturwissenschaftliches Wissen zurück und erwerben zudem pädagogische und soziale Fähigkeiten.
Über die Jahre hinweg belegten die SchülerInnen von Herrn Decker bei naturwissenschaftlichen Wettbewerben vordere Plätze und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Besonderes Augenmerk legt der Pädagoge dabei auf den Schülerwettbewerb „Jugend forscht“. So betreute er Schülergruppen, die auf Regional- und Landesebene erfolgreich waren. Seit 2001 engagiert sich Herr Decker auch ehrenamtlich als Regionalwettbewerbsleiter für „Jugend forscht“ in Jülich.
Seit 2013 hat Herr Decker auch den Lehrernachwuchs im Blick und ist Mitinitiator eines Projekts zur Lehrernachwuchsförderung im MINT-Bereich am Gymnasium Haus Overbach. Mit Erfolg: Das Konzept wird von MINT-EC, Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e.V., als eines von bundesweit nur vier Schulprojekten gefördert.
„Schülerinnen und Schüler lassen sich vor allem dann für MINT-Fächer begeistern, wenn früh ihr Forschergeist geweckt wird. Hochengagierte Pädagogen wie Werner Decker sorgen dafür, dass der Funke überspringt und Schülerinnen und Schüler sich für ein MINT-Studium entscheiden“, erklärte Prof. Dr. Gunilla Budde, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Oldenburg.
Der Jury gehören neben von Klitzing Vertreter der Universität Oldenburg, der EWE Stiftung und der Karl Heinz Beckurts-Stiftung an. Klaus von Klitzing ist unter anderem Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. 1980 entdeckte er einen neuen Quanteneffekt und erhielt dafür 1985 den Nobelpreis für Physik. Die nach ihm benannte von-Klitzing-Konstante beeinflusste wesentlich die moderne Halbleiterentwicklung und die Präzisionsmesstechnik.

Bild und Text: EWE Stifung und W. Decker

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