Fastenimpuls: UND ALLES WIRD DOCH ANDERS …

Was haben wohl die Jünger und Freunde Jesu wohl gedacht, als er gekreuzigt wurde und schließlich starb? Wie ist es ihnen wohl ergangen nach den Jahren und all die Erfahrungen, die sie mit ihm durchgemacht haben? All die Hoffnungen, die er in ihnen geweckt hatte, scheinen auf einmal wie weggeblasen zu sein.  Während Jesus am Kreuz mit seinem letzten Atemzug nach der Gegenwart Gottes fragte, brach für die Jünger Jesu wohl gerade eine gewohnte, lieb gewonnene Welt zusammen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Doch alles wird doch anders, als Maria Magdalena den Toten noch einmal sehen wollte: „Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot.

Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.“ (Mt 28,1-7)

Mit dem Kontaktverbot, dem Appell zur sozialen Distanz, den leeren Kirchen und vielen weiteren Einschränkungen sind auch wir gezwungen, die Fastenzeit und das Osterfest anders als in gewohnter Weise zu feiern: In kleinen Kreisen, mit den engsten Angehörigen, ohne Gottesdienste, auf uns und unseren Phantasien allein gestellt. Für viele von uns ist das nicht normal; Manchen wird diese Zeit schon langweilig bzw. geht diese Einschränkungen schon auf die Nerven; Andere müssen sich gezwungenermaßen die Existenzfrage stellen.

Wie damals den Jüngern, so sagt uns auch dieses Jahr Ostern: „Und alles wird doch anders...“ Gerade in dieser Zeit dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns allen noch näher ist und uns nicht alleine lässt; dass er uns dennoch begleitet und mit uns geduldig ausharrt.

An Ostern wird für die Jünger doch alles anders durch die Begegnung mit dem Auferstandenen. Was gibt deinem Leben/ihrem Leben eine andere positive Note? Welche Begegnung bzw. Erfahrung gibt dir/ihnen Hoffnung und Freude? Und alles wird doch anders...

Ich wünsche Euch und Ihnen allen ein gesegnetes und frohes Osterfest; und die Freude darüber, dass „etwas Neues, etwas Anderes“ in unserem Leben aufbrechen darf.

Pater Dominik Nguyen OSFS

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